Hüttentour - Gschnitztaler Runde

Von hütte zu hütte im gschnitztal

Innsbrucker Hütte im Morgengrauen
Innsbrucker Hütte im Morgengrauen
Für Ende Juli 2017 hatten wir uns eine mehrtägige Hüttentour vorgenommen. Der Weg führte uns ins wenig bekannte Gschnitztal in Österreich. Die Wanderungen waren geprägt von vielen Höhenmetern, anstrengenden Stiegen und famos schlechtem Wetter... Einen Großteil wanderten wir durch dichten Nebel und die eigentlich sehr schöne Bergwelt blieb uns über drei Tage lang verborgen. Weiterlesen

Zu Beginn sah es jedoch noch recht freundlich aus und wir konnten den Aufstieg zur 1750 m hohen Trunahütte entspannt angehen. Noch am Abend machten sich jedoch heftige Gewitter breit, sodass wir befürchteten, den nächsten Tag von der eigentlichen Route über den Höhenweg abweichen zu müssen. Der schlimmste Fall trat ein, als wir am nächsten Morgen aus dem Fenster schauten und nichts außer Nebel sahen. Weiterhin waren Gewitter angesagt, sodass uns vehement geraten wurde, unser nächstes Ziel, die Tribulaunhütte, nicht über die Berge anzusteuern. Also blieb uns nichts anderes übrig, als ins Tal abzusteigen, einen mehreren Kilometer langen Umweg zu gehen und vom Talort Gschnitz auf die 2064 m hohe Tribulaunhütte aufzusteigen. Einsetzender Regen und sich verdichtender Nebel ließen uns diesen Wandertag so richtig genießen...


Als wir an der Hütte ankamen, wärmten wir uns bei einer leckeren Speckknödelsuppe und mehreren Bier auf und hofften auf besseres Wetter. Bis auf kurze Momente der Sicht ins Tal, verbarg der dichte Nebel die sonst eindrucksvollen Berge um uns herum. Auch der nächste Tag begrüßte uns mit Nebel und Regen. Bei nun frischeren Temperaturen zogen wir nichtsdestotrotz in Richtung der Bremer Hütte los. Die Tour sollte ca. 5h Gehzeit in Anspruch nehmen. Schon nach kurzer Zeit setzte wieder Regen und leichter Schneefall ein. Der Weg führte über beschwerliche Pfade hinauf zu einem Grat und auf der anderen Seite tief hinunter zu klitschnassen Wiesen. Weiter und weiter wanderten wir durch Nebel und erhaschten letztendlich doch noch ein paar Blicke ins Gschnitztal, bevor der Anstieg zur 2413 m hohen Bremer Hütte uns in gewohnten Nebel hüllte. Nach ca. 6-7h Wanderung, kamen wir an diesem Refugium an und trockneten unsere nassen Klamotten und wärmten die kalten Leiber.


Für den nächsten Tag war eine ähnlich harte Tour mit ebenfalls 11 km Länge, jeweils ca. 1000 Höhenmeter Auf- und Abstieg geplant. Das Wetter verschlechterte sich nochmals. Über Kletterstiege, mit Drahtseilen versicherte Passagen und unwegsames Gelände gingen wir durch Nebel und Schneeregen, ohne an diesem Tag auch nur mehr als 20 m weit sehen zu können. Sehr zuträglich für die eigene Motivation. Wie begossene Pudel erreichten wir an diesem Tag nach einigen Stunden nasskalter Wanderung die 2369 m hohe Innsbrucker Hütte und führten die leider standardmäßige Trocknung unserer Bekleidung durch.

Einen Lichtblick konnten wir am nächsten Morgen wahrnehmen. Der Nebel hatte sich größtenteils verzogen und wir hatten nun tatsächlich Aussichten! Den Sonnenuntergang genossen wir bei wenigen Grad über Null in der Einsamkeit der Berge... Kurze Zeit später ging es dann in Richtung des direkt über der Innsbrucker Hütte gelegenen Berges Habicht, welcher mit 3277 m Höhe über dem Tal thront. Der Aufstieg war anspruchsvoll, belohnte jedoch mit wunderbaren Ausblicken. Es mussten einige steile Felsplatten, die mit Drahtseilen versichert waren, gemeistert werden. Nichts für Menschen mit Höhenangst oder unsicheren Tritten. Der Weg führte ausschließlich steil nach oben, bis man sich in einer völlig verschneiten Bergwelt wiederfand. Einige Zentimeter Schnee hatte es hier die letzten Tage angehäuft. Knapp über der 3000m Grenze war nun soviel Schnee vorhanden und der Gipfel bereits in einer Regenwolke eingetaucht, sodass wir uns entschieden, zum Wohle unserer Gesundheit, den Abstieg zu wählen. Nach teilweise atemberaubenden Abstiegspassagen waren wir froh, wieder heil an der Innsbrucker Hütte angekommen zu sein. Auf dem Gipfel, hätten wir ihn trotz des Schnees erreicht, wären wir sowieso nur inmitten dichten Nebels gewesen.


Noch am Abend setzte bei mir Fieber ein, sodass ich außer Gefecht war und mit Schüttelfrost im Bett lag. Als am nächsten Morgen erneut nur Nebel zu sehen war und die für diesen Tag angestrebte Tour zum Padasterjochhaus von einem mörderischen Anstieg geprägt war, entschieden wir uns den Abstieg ins Tal zu wählen und unsere Gesundheit nicht weiter aufs Spiel zu setzen... Der ca. 2 stündige Abstieg führte uns dann wieder ins Gschnitztal und zurück zum Ausgangspunkt Trins... Alles in allem eine sehr fordernde Tour, die bei besserem Wetter absolut grandios gewesen wäre. So hatten wir doch auf Grund der widrigen Bedingungen mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen, konnten die Tage trotzdessen in den Bergen genießen...

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