Toskana '12 - Casale Marittimo und Umgebung

ein kurzer Reisebericht inklusive Fotos



 

Die italienische Toskana. Kaum eine andere italienische Landschaft ist derart bekannt und auf Grund ihrer kulturellen und historischen Begebenheiten ein so beliebter Urlaubsort. Die Anreise erfolgte jedoch mit einer kurzen Übernachtung in Südtirol, um die ca. 1200 km lange Fahrt zu teilen.

Obwohl bereits im Vorfeld eine entsprechende Unterkunft in Auer (Ora) an der Weinstraße in der Nähe des Kalterer Sees gebucht wurde, gab es eine Komplikation zu vermelden. Dort angekommen, wurde unsere Reservierung leider einen Monat später eingetragen. In weiser Voraussicht hatte ich die Reservierungsbestätigung in Papierform dabei, um wenigstens einen Fehler meinerseits ausschließen zu können. Die Pension jedenfalls war ausgebucht, ein nahegelegenes Pensionszimmer jedoch schnell  gefunden. Sogar mit einem Euro Ersparnis! Als Wiedergutmachung gab es einen Wein und Öffner geschenkt. 

Bei einem gemütlichen Abend auf dem Balkon der Pension und einem herrlichen Blick über Weinfelder und den Kalterer See, genossen wir den geschenkten Wein. Ein anderes Pärchen machte es auf dem Balkon nebenuns ähnlich gemütlich.

 

Nach Einnahme des Frühstücks ging es weiter in Richtung Toskana. Noch mehrere hundert Kilometer lagen vor uns. 

In Casale Marittimo wurden wir abgeholt und über einige Feldwege zu unserem "Domizil" gelotst.

Es handelte sich um ein Ferienhaus, in welchem die Eigentümer im Erdgeschoss wohnten und weitere Ferienwohnungen eingerichtet waren. Im Garten ein Pool, eine Tischtennisplatte und Liegen zum Entspannen. Absolute Ruhe.

Nach Bezug der Ferienwohnung und kurzer Entspannung auf dem Balkon, sahen wir nun auch unsere neuen Nachbarn, welche die Ferienwohnung neben uns bewohnten. Wie der Zufall es wollte, war es ausgerechnet das Pärchen, welches schon in Südtirol auf dem Balkon neben uns saß! So kam man schnell ins Gespräch und eine tolle Urlaubsbekanntschaft nahm ihren Lauf. Mit Volker und Claudia aus dem Allgäu sollten wir zwei sehr heiße, aber entspannte Wochen verbringen!

 

In den folgenden Tagen wurde das mittelalterliche und urige Dorf Casale Marittimo per Spaziergang erkundet. Die Temperatur lag zu diesem Zeitpunkt, mitten im August um die 35-40 Grad! Der Schweiß lief täglich in Strömen, man nahm sich jedoch tägliche Erkundungstouren vor.


So wurde das kleine Dörfchen Bibbona und das Städtchen Bolgheri, mit der berühmten"Viale dei Cipressi" (Zypressenallee) besucht. Überall konnte man sich vor italienischen Produkten wie Oliven, Wein, Salami und Käse kaum retten. Ein Einkauf lohnt sich allemal!

 

Auch Strandbesuche und Badeausflüge mussten auf Grund der heißen Temperaturen stattfinden. Sehr zu empfehlen der hinter einem Pinienwald gelegene, kilometerlange Naturstrand südlich von San Vincenzo. Nicht überlaufen, jedoch gut besucht, mit perfektem und kristallklarem Wasser. So wurde hier auch der ein oder andere Sonnenuntergang genossen. 

 

Ein weiterer Badetipp ist eine Badebucht südwestlich von Populonia. Ein steiler Wanderpfad führt durch einen dichten Wald hinab zum Ufer. Dort kann man bei entsprechendem Glück eine einsame Badebucht, nur für sich allein erwischen. Trotzdessen ist das dortige Gebiet sehr gut besucht, vermutlich vorallem durch Einheimische. Ein absolutes Schnorchel- und Badeparadies. 

 

Auch geschichtsträchtige Orte wie Volterra und dessen Sehenswürdigkeiten:  Palazzo dei Priori (Zentrumsplatz), dem Teatro Romano (Ruine eines alten römischen Theaters) und den verwinkelten Gassen, sind ein Besuch wert. Vor allem ein zu diesem Zeitpunkt auftretender Gitarrenvirtuose sorgte für zusätzliche Atmosphäre.

Im Anschluss daran wurde auch die Kleinstadt San Gimignano ("Mittelalterliches Manhattan" oder "Stadt der Türme") erkundet. Bereits aus einiger Entfernung sieht man die charakteristischen Türme hinter zahlreichen Weinfeldern hervorlugen. Dort soll es außerdem in der 

Gelateria di Piazza das beste Eis der Welt geben. Natürlich haben auch wir uns an eine meterlange Schlange angestellt und ein Eis verspeist, welches durchaus sehr schmackhaft war. 

 

So ist auch die etwas weiter entfernte Stadt Siena mit dem berühmten "Dom von Siena", dem Piazza del Campo (auf welchem das Palio di Siena, ein Pferderennen um den viereckigen Platz), dem Torre del Mangia und der urtümlichen, jedoch stark frequentierten Innenstadt einen Abstecher wert.

 

Auch die weltberühmte Stadt Pisa durfte im Programm natürlich nicht fehlen. Bei äußerst günstigen Parkpreisen in fast unmittelbarer Umgebung des Schiefen Turms von Pisa, für nur 60 Cent die Stunde, konnten der Turm sowie der Dom Santa Maria Assunta, der Piazza dei Miracoli und das Baptisterium von außen besichtigt werden. Ordentliche Eintrittspreise beseitigten unsere Motivation, die Gebäude von innen anzuschauen. Festzustellen ist, dass sich Pisa in übertriebener Art und Weise auf den Tourismus eingeschossen hat und an sich nicht viele weitere nennenswerte Dinge, zumindest in unseren Augen, zu nennen hatte. 

 

Viel mehr zu empfehlen ist daher ein Ausflug in die nördlich von Pisa gelegene Stadt Lucca. Dort ist die mittelalterliche Innenstadt von "Le mura di Lucca", einer Stadtmauer, welche man größtenteils obenauf begehen kann, umgeben. In der Stadt gibt es zahlreiche Geschäfte welche italienische Spezialitäten anbieten und gemütliche Cafes welche zu einer entspannten Rast einladen. Beeindruckend sind die Kirchen San Michele in Foro und Lucca's Duomo (Cattedrale di San Martino). Auch der zentrale Rundplatz, der Piazza Anfiteatro, ist ein Muss bei einem Stadtbesuch von Lucca. Weiterhin ist die Stadt von zahlreichen Türmen geprägt, welche man zumeist für einen geringen Aufpreis besteigen kann. Durch viele verschlungene Gassen lässt es sich gut schlendern.

 

Nach Heimkehr der Ausflugsziele sorgte ein Sprung in den wohl temperierten Pool jederzeit für eine bekömmliche Abkühlung. Im Garten wurde dann bei einem guten Buch entsprechend entspannt oder sich bei 30-35 Grad Celsius am Abend bei einem Tischtennismatch mit Volker verausgabt.

 

Typische italienische Pizzen, vorallem aus dem Restaurant Le Volte in Casale Marittimo, bescherten zusammen mit einem toskanischen Wein oder Grappa gemütliche, lange Abende in der sich kaum abkühlenden Wärme der Toskana. 

 

Im nahegelegenen Cecina konnte man sich bei Besuch des morgendlichen Marktes mit allerlei frischen Obst und Gemüse für günstige Preise eindecken!

 

Da jedoch die fast alltäglichen 40 Grad noch nicht genug waren, durfte auch eine Wanderung im geothermischen Gebiet, entlang zahlreicher heißer Quellen und dem oft auftretenden Geruch fauler Eier (Schwefel) nicht fehlen. Jedenfalls ein beeindruckender Ausflug.

 

Nach Ende der zwei Wochen ging es dann wieder zurück in das fast zu kalte Deutschland!

Fest steht, dass auch ein Besuch im Frühling, in der die Toskana vermutlich ganz anders erscheint, irgendwann folgen muss!