Island - Feuer und Eis

ein Reisebericht

Island – die Insel aus „Feuer und Eis“. Ein einzigartiges Eiland, welches durch seine unglaubliche Landschaft Naturliebhaber zu gewinnen weiß.

So geschah es auch uns, als wir den Hollywood Streifen „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ mit Ben Stiller sahen. Ein Großteil des Films wurde in Island gedreht, hinterlegt mit der traumhaften Musik, zog es uns in den Bann und wir fassten den Entschluss, selbst diese Insel zu erkunden.

Mit relativ hohem Planungsaufwand wurde die Reise konstruiert, mehrere Ferienhäuser, der Mietwagen, der Flug usw. gebucht.

Am 16 Juli begann dann endlich die langerwartete Reise, zuerst per Fernbus von Erfurt nach Berlin-Tegel, von dort logischerweise per Flieger nach Keflavik.

Dort betraten wir kurz nach Mitternacht isländischen Boden. Doch kurz bevor der Urlaub richtig beginnen wollte, gab es das erste Problem an der Gepäckausgabe. Einer unserer Koffer war nicht aufzufinden, dafür drehte ein fast identisch aussehender Koffer weiterhin seine Runden. Ein vermutlich in Aufregung befindlicher anderer Fluggast hatte wohl voller Eifer unseren, statt seinen Koffer ergriffen und zügig das Flughafengelände verlassen, ohne auf die sinnigerweise angebrachte Gepäcknummer zu achten.

Also das Gepäck als verlustig gemeldet und mit leicht gedrückter Stimmung per Flybus nach Reykjavik gefahren. Dort bezogen wir dann am frühen Morgen des 17 Juli unser Zimmer im „A part of Reykjavik“, nachdem uns nach einigen Mühen mit der Keybox – Lyklabox, durch einen freundlichen schwedischen Urlauber, nur mit Unterhose bekleidet, das Hostel geöffnet wurde.

Am Morgen sollte dann die Erkundung Reykjaviks bei bestem Wetter beginnen. Ein umfangreiches, jedoch für uns erstmal teuer anmutendes Frühstück wurde im „Kaffi Paris“ eingenommen. Danach erfolgte ein Spaziergang zum Hafen, durch Reykjaviks Gassen und über die Einkaufsstraße „Laugavegur“.

Dort erhielten wir dann gegen Mittag den langersehnten Anruf vom Flughafen Keflavik, dass der gesuchte Koffer zurückgebracht wurde und wir diesen am Busbahnhof in Reykjavik abholen können.

Also nichts wie hin zum Busbahnhof, Koffer eingesackt und diesen unter fast überkochender Stimmung und einigen Jubels zum Hostel gefahren. Dabei passierten wir noch den schönen Park Hljómskálagarður. Nach Ablieferung des Koffers und kurzer Rast spazierten wir zur Solfarid – The Sun Voyager Skulptur, nahmen ein Abendbrot im Gló und schauten uns noch die berühmte Hallgrimskirkja – die auffällige Kirche Reykjaviks an. Per Fahrstuhl kann man für ein paar Kronen noch nach oben fahren und eine Aussicht über Reykjavik genießen.

Abends nahmen wir noch einen Absacker im Lokal Kaffibarinn, drei Bier, ca. 21 Euro. Aber wir haben ja Urlaub.

Abends fielen wir dann nach den zahlreichen gelaufenen Kilometern müde und zufrieden ins Bett.

Am nächsten Tag, Samstag der 18 Juli, holten wir unseren Mietwagen von der Sixt Station am Hafen Reykjaviks ab. Einen Opel Astra Kombi, für ordentlich viel Geld, und natürlich einer Steinschlagversicherung, die ich mir, wie sich später zeigen werde, habe zum Glück aufschwatzen lassen. Trotzdessen besaß ich die Stärke, die Asche- und Sandsturm Versicherung abzulehnen, was sich ebenfalls als richtige Entscheidung herausstellte.

Das Fahrzeug wurde also beladen, mit vier Personen, vier Koffern, vier Rucksäcken. Der Stauraum war bis zum letzten ausgeschöpft. Und dann ging es los, Richtung unseres ersten Ferienhauses im Süden Islands, dem Sudurland. Bereits auf dem Weg dorthin waren wir von der für uns neuen Landschaftsform stark beeindruckt. Aufsteigende Rauchwolken, Lavafelder und eine Weitsicht waren unsere ersten Impressionen. Nach nur ca. 90 km Fahrt erreichten wir unser erstes gebuchtes Ferienhaus, nördlich von Selfoss, in Nähe des Golfplatzes Kiðjaberg gelegen.

Begrüßt wurden wir durch die äußerst freundlichen Eigentümer, welche uns das Haus präsentierten und für alle Fragen offen waren. Ein genialer Ausblick, ein perfekt ausgestattetes Haus mit Whirlpool und toller Sonnenschein ließen uns nun endlich in Island ankommen. Um uns herum nur Natur, Ruhe und in einiger Entfernung ein paar andere abgelegene Häuser machten die Stimmung perfekt.

Da wir für die kommenden sieben Tage im Süden Islands natürlich nicht verhungern wollten, kauften wir in Selfoss, im Kronas Supermarkt, fleißig ein. Trotz der eindeutig höheren Preise für die Lebensmittel, waren wir doch ganz zufrieden, was wir alles im Wagen hatten.

Ein kurzer Stopp im nahegelegenen Liquor Shop und ein paar isländische Kronen weniger, dafür ein paar Bier (Einstök) mehr im Gepäck, und es ging zurück zum Ferienhaus. Auf dem Weg dorthin schauten wir uns noch kurz den kleinen Vulkankrater Kerið an. Den Abend dann im Jacuzzi ausklingen zu lassen, was bei Mitternachtssonne und kühlen Temperaturen sehr schön sein kann, können wir nur empfehlen!

 

Nach leckeren Pancakes zum Frühstück ging es dann zum Golden Circle um die drei bekanntesten Sehenswürdigkeiten Islands Süden anzuschauen.

Den Anfang machte Geysir und der alle paar Minuten regelmäßig wasserspuckende Strokkur.

Anschließend ging es zum wahrlich beeindruckenden Gullfoss um nach einer Fahrt durch herrlichste Landschaften zum Thingvellir zu gelangen. Eine kleine Wanderung durch die Erdspalte und die Besichtigung des kleinen Wasserfalls Oxararfoss ließen den langen Tag ausklingen. Das Wetter an diesem Tag war trocken, sehr windig und frisch, sodass wir doch unsere Wollmützen und Winterjacken auspacken mussten! Zum Golden Circle muss man sagen, dass dieser nicht umsonst die “Standardrunde” im Süden ist, da alle Ziele sehr sehenswert, aber natürlich auch gut besucht sind. An einem Tag sind diese aber bequem zu besuchen.

 

Am nächsten Tag stand eine spontane Erkundung der Südküste in Richtung Westen auf dem Programm. Angefangen in einem völlig verschlafenen Küstendörfchen namens “Eyrarbakki”, in welchem halbnackte Jugendliche Laternen hochkletterten und andere Jugendliche wildschreiend mit dem Fahrrad durch das Dorf “hackten”, und uns auf Grund unseres Heimatlandes fröhlich “Rammstein” entgegenschrien, gab es bis auf einen schwarzen Sandstrand und bunter Blechhäuser nicht viel zu sehen, sodass wir uns entschlossen, weiter zu fahren.

Das nächste Ziel war die “Gartenstadt” Hveragerði, welche für zahlreiche Gewächshäuser bekannt ist, die von heißen Quellen profitieren. Wir begaben uns dabei auf eine eher spontane Wanderung zu den in nahegelegenen Bergen befindlichen heißen Quellen.

Es galt dabei dampfende und qualmende Schlammlöcher zu passieren und einen kleinen steilen Anstieg zu überwinden. Oben angekommen, eröffnete sich ein kleines grünes Tal, aus dessen Ende man bereits zahlreiche Rauchschwaden aufsteigen sah. Hindurch schlängelte sich ein kleines Flüsschen, welches auf Grund des heißen mitgeführten Wassers dampfte. Wenige Kilometer weiter war man dann im “Badebereich” angekommen. In unseren Augen wurden unnötigerweise zahlreiche Stege und Sichtschutzwände zum Umziehen errichtet worden. Ein heißes Bad bei ca. 40 Grad mitten in den Bergen zu nehmen und sich einfach in einen Fluss und auf das Gestein zu legen, war jedoch eine traumhafte Erfahrung, zumal es kurz zuvor leicht gehagelt hatte.

Nachdem wir dann den Abstieg bewältigt hatten und die Wanderung doch 16 km aufwies, war der Tag dann auch relativ spät zu Ende gegangen. Die Wanderung lässt sich jedoch abkürzen, wenn man bis zum letzten Parkplatz fährt und nicht wie wir, bereits von Hveragerði aus wandert. Hinterher ist man immer schlauer, aber es gibt sicherlich schlimmere Orte, an denen man “unnötigerweise” gewandert ist.

 

Gut ausgeruht ging es am nächsten Morgen mit einem Tag vieler zurückzulegender Kilometer mit dem Fahrzeug weiter.

Erstes Ziel war hierbei der südliche Zipfel Islands, Vík í Mýrdal, welcher durch seinen riesigen langen schwarzen Sandstrand bekannt ist. Das Wetter an diesem Tag war eher durchwachsen und es nieselte anfangs leicht. Zum Glück sollte es nicht schlimmer werden und dabei auch unser einziger verregneter Tag in über zwei Wochen Island sein!

 

Zu besichtigten lohnt sich vorallem Dyrhólaey, einer natürlichen Aussichtsplattform direkt am Meer, bei der man vorallem das Tor im Meer und die zahlreichen dort nistenden Papageientaucher aus nächster Nähe bestaunen kann.

 

Die Weiterfahrt ging dann wieder Richtung unseres Refugiums, vorbei am weltberühmten Gletschervulkan Eyjafjallajökull, durch ein lilafarbenes Lupinenmeer zum beeindruckten Wasserfall Skógafoss und anschließend zum in der Nähe befindlichen Wasserfall Seljalandsfoss. Hierbei hat die Natur eine Art Höhle geschaffen, sodass man hinter den Wasserfall gelangen kann um ihn rundherum zu umlaufen.

Eine Art Geheimtipp ist dabei noch der nebenan gelegene kleine Wasserfall, welchen man nassen Fußes erreichen muss, indem man durch eine kleine Schlucht läuft und sich dann in einer Art Höhle befindet. Von oben stürzt der Wasserfall direkt herunter und man hat eine intensive Erfahrung zu erleben.

Anschließend ging es wieder in unser feines Häuschen. Der Abend klang im Jacuzzi bei schottischem Whiskey und isländischen Bier aus.

 

Der nächste Tag sollte für eine Spaltung unseres Vierergespanns sorgen.

Zwei Personen entschieden sich für einen entspannten Tag am Häuschen und der Umgebung.

Wir hingegen entschieden uns für ein frühes Aufstehen und dem Besuch des Hochlandgebiets Landmannalaugar. Zwei relativ teure Bustickets (ca. 50 Euro p.P. hin und zurück) über das Unternehmen TREX hatte ich im Vorfeld über Internet erstanden. Wie sich herausstellen sollte, war das Erlebnis jeden Cent wert. Wir fuhren dann zur letztmöglichen Bushaltestelle und warteten auf den hoffentlich eintreffenden Bus. Die Bushaltestelle bestand eigentlich nur aus einer Zufahrt zu einer in der Einöde gelegenen minimalistischen Siedlung am Fuße des Vulkans Hekla. Während wir warteten, streifte eine Herde geführter Islandpferde vorbei, welche uns nur knapp passierten.

Mit einiger Verspätung, wir dachten er würde nicht kommen, sahen wir den hochlandtauglichen Bus anrollen. Wir bekamen die letzten Plätze im gut gefüllten Bus. Kurz danach rollte er los und verließ die gut geteerte Straße. Sinnvolle Hinweisschilder, dass nur vierradgetriebene Fahrzeuge die folgende Piste befahren dürfen, waren gut leserlich angebracht worden.

Die Folgende Fahrt kann man nur als abenteuerlich aber absolut empfehlenswert beschreiben. Es ging durch Lavafelder eine absolut huckelige Piste entlang, durch das Hochland mit Schneefeldern und Flüssen, die gefurtet werden mussten.

Als wir dann nach ca. 1 ½ Stunden Fahrt in Landmannalaugar ankamen, waren wir gespannt, was uns nun erwarten würde. Bei kühlen Temperaturen begannen wir direkt den Aufstieg zum Vulkan Bláhnúkur, welcher vorallem durch eine grau/lilafarbene Gesteinsart herausstach. Auf dem Gipfel angekommen, konnte man das atemberaubende Panorama bei ein paar mitgebrachten Broten genießen. Bunte Berge wechselten sich mit noch in den Hängen befindlichen Schneefeldern ab. Ein mittlerweile getrocknetes Lavafeld kroch förmlich aus einem Vulkan herab und breitete sich im Tal aus. Der weitere Weg führte uns direkt durch das Lavafeld voller glänzenden Obsidiangesteins hinauf zum orange/rot leuchtenden Brennisteinsalda. Dort lohnte der nächste hervorragende Ausblick. Das Wetter spielte mit und so hatten wir eine teilweise Bewölkung und vielen Auflockerungen. Es folgte der Abstieg zu einem grün leuchtenden Tal, in dessen Hintergrund die bunt leuchtenden Hügel aufragten. Nach dem wir uns anschließend nochmals durch das Lavafeld schlängelten, gelangten wir zurück zum Ausgangspunkt. Eine kleine, aber feine Wanderung von 8 km Länge und ein paar Aufstiegen in schwierigem Terrain, sollte man dort mindestens auf sich nehmen, um die Schönheit genießen zu können.

Als unser Bus dann zur Rückfahrt eintraf, galt es nur noch eine kleine Schwierigkeit zu meistern. Es waren mehr Personen vor Ort, als der Bus Plätze hatte. Somit entbrannte geradezu ein Kampf um die vorhandenen Plätze. Glücklicherweise hatten wir die Rückfahrt genau auf 18 Uhr gelegt, viele andere Reisende hatten “flexible” Tickets, eine absolute Schwachstelle im System.

Nachdem Stunden vergingen und manche Menschen richtig aggressiv wurden, da sie augenscheinlich Angst hatten, eine Nacht im freien bei sehr frischen Temperaturen verbringen zu müssen, traf ein zweiter Bus ein. Das Überleben aller beteiligter Personen war gesichert.

Gegen Mitternacht trafen auch wir dann wieder in unserem Ferienhaus ein, um unser Abendbrot zu kochen und doch etwas später als geplant zu sich zu nehmen. Auf Grund der praktisch nicht vorhanden Dunkelheit, war dies aber nicht so tragisch. Bis zu diesem Zeitpunkt das absolute Highlight unserer Reise.

 

Für den nächsten Tag entschieden wir uns, die Westmännerinseln (Vestmannaeyjar), und dort die größte, Heimaey, per Fähre anzusteuern. Allein die Fahrt dorthin ist ein Erlebnis, da man die kleine berühmte Insel Elliðaey passiert, auf welcher nur ein einzelnes weißes Haus zu sehen ist. Für Misanthropen sicherlich eine feine Möglichkeit des Daseins.

 

Auf Heimaey machten wir ebenfalls eine kleine Wanderung und stiegen hinauf auf einen nahegelegenen Berg, von welchem man eine herrliche Aussicht auf die zahlreichen kleinen Nachbarinseln und den Eyjafjallajökull hatte. Nach dem Abstieg ging es zurück zur Fähre und retour.

 

Als nächstes stand Islands höchster Wasserfall (jedenfalls bis 2011) auf dem Programm, der Glymur, welcher ca. 196 m tief herabfällt.

Die Wandertour ist abenteuerlich, führt sie zu anfangs durch eine kleine Höhle, quert man kurz darauf den Fluss des Glymur auf einem Baumstamm. Der weitere Weg führt entlang der Schlucht hinauf bis zur Sturzkante des Wasserfalls. Währenddessen sind schwindelerregende Blicke in die von Möwen bevölkerte Schlucht zu bewundern.

Wir als wagemutige Truppe entschieden uns dann nicht für den normalen Rückweg, sondern querten den Fluss oberhalb des Wasserfalls. Bis zu den Oberschenkeln im eiskalten Nass, galt es, nicht auf den rutschigen Steinen auszurutschen. Ohne Zwischenfälle erreichten wir das Ufer, an welchem Millionen Stechfliegen nur auf unser Erscheinen gewartet hatten. Wirklich nervige Insekten, die wir dann aber im Abstieg abschütteln konnten.

Die letzte Nacht in unserem grandiosen Häuschen stand an, bevor es galt, weiter in Richtung Halbinsel Snaefellsness zu ziehen.

 

Nach einigen Stunden Autofahrt, erreichten wir unsere zweite Unterkunft (Guesthouse Hof) auf eben genannter Halbinsel. Für die nächsten drei Nächte war ein kleines Holzhäuschen reserviert, welches in der Mitte geteilt und für jede Partei ein Schlafgemach und eine Toilette bereit hielt. Gegessen werden konnte in einer Gemeinschaftsküche. Frühstück wurde jeden morgen ebenfalls serviert, welches unseren Ansprüchen vollauf genügte. Das Personal war sehr freundlich, nur die korpulente Chefin war beim Frühstück durch ihren starken Körpergeruch und augenscheinlich nicht ganz perfekter Körperhygiene etwas unangenehm.

 

Nach nur wenigen Metern zu Fuß konnten wir einen Sandstrand erreichen, welcher menschenleer war. Ein kleines Hindernis galt es allerdings zu meistern. Aggressive Vögel die in den angrenzenden Wiesen nisteten, beabsichtigten die Fußgänger zu attackieren.

 

Unbeschadet konnten wir jedoch den Strand erreichen. Ein kühles Bad durfte bei eisigen  Temperaturen, aber herrlichstem Sonnenschein natürlich nicht ausbleiben. Lange konnte man es bei einstelligen Wassertemperaturen leider nicht aushalten.

 

Als erstes Ziel nahmen wir uns das Lavagebiet Búðir und die Kirche Búðakirkja vor. Nach einem kurzen Spaziergang entlang der schroffen Küste und durch dünenhafte Hügel, fuhren wir zum Küstenort Arnarstarpi. Von dort führt ein wirklich zu empfehlender Wanderweg an der Steilküste entlang, vorbei am berühmten Tor im Meer, der Gatklettur, durch ein Lavafeld hin nach Hellnar. Dort wartet ein kleines Cafe auf den Besucher. Den gesamten Wanderweg über ist der nahegelegene Gletschervulkan Snaefellsjökull zu sehen.

 

Nach Beendigung der Wanderung fuhren wir weiter nach Londrangar, einer charakteristischen Felsformation im Meer, und von dort weiter, um den Snaefellsjökull zu umfahren. Unterwegs kann man noch einen kleinen Krater besichtigen, der nahe an der Straße gelegen ist. Nach Durchfahren einer kleinen “Gravelroad” - gelangt man wieder  vom nördlichen Teil Snaefellsnes zum südlichen und hat auf einer Art Pass eine herrliche Aussicht.

 

Einen Tag darauf begaben wir uns auf eine entspannte kleine Wanderung zum Selvellir, einem kleinen grünen Tal mit interessanten Lavagesteinsformationen, in welchem außer ein paar Schafe sonst niemand unterwegs war. Der Weg zum Selvellir ist wild und nicht wirklich ausgeschildert. Wir konnten nach Querung einiger Flüsschen und einem leichten Aufstieg dann auf einer saftigen Wiese, tollem Ausblick und bestem Wetter entspannen. Anschließend ging es zurück und nach Stykkishólmur, einer etwas größeren Stadt im Umfeld. Wir besichtigten den Hafen und machten eine kleine Stadtrunde.

Den Abschluss sollte dann das herrlich am Meer gelegene Städtchen Grundarfjörður darstellen, welches wir wegen des berühmten Fotomotivs um den Kirkjufellsfoss und den dahinterliegenden Berg Kirkjufjell besuchten.

Ein wirklich vollgestopfter Tag ging zufriedenstellend zu Ende.

 

Nachdem die letzte Nacht im Guesthouse Hof auf Snaefellsnes beendet war, ging es 410 km und ca. 5h Autofahrt am nächsten Morgen weiter in Richtung Norden. Die Fahrt war auf perfekt ausgebauten Straßen und wie immer in Island von unglaublicher Landschaft umrahmt sehr kurzweilig.

Ziel war unsere letzte Unterkunft, die in der kleinen Ortschaft Árskógssandur, ca. 20 Minuten nördlich von Akureyri, direkt am Eyjafjörður, Islands längstem Fjord, gelegen war.

Die Ortschaft schien zwar irgendwie menschenleer, sie verfügte jedoch über eine Brauerei und eine eigene (unbemannte) Tankstelle.

 

Unser Ferienhaus war komplett freistehend, umrahmt von schneebedeckten Gipfeln und von windumwehten Wiesen und in völliger Ruhe gelegen. Direkt hinter dem Haus lag ein Flüsschen und eine kleine Auenlandschaft. Die etwas nördlichere Lage machte sich durch etwas frischere Temperaturen und Winde schon bemerkbar.

Die nächsten fünf Nächte sollten wir dort verbringen.

 

Für den ersten kompletten Tag im Norden hatten wir uns gleich das absolute Highlight vorgenommen. Die Fahrt führte 180 km über die famose Seenlandschaft Myvatn zum Dettifoss. Dort begaben wir uns auf eine mehr als überragende Wanderung von ca. 13 km. Wir wählten dabei den westlichen Parkplatz des Dettifoss, welcher hervorragend zu erreichen ist. Als erstes schauten wir uns jedoch den Selfoss an, welcher unweit des Dettifoss gelegen ist. Anschließend ging es weiter zu Europas wasserreichstem Wasserfall, dem Dettifoss. Es kamen uns bereits klitschnasse Besucher entgegen, die von der schier unfassbaren Gischt des Wasserfalls durchnässt wurden. Zu unserem Glück war der Himmel wolkenlos, sodass wir den Dettifoss mit einem Regenbogen im Motiv besichtigen konnten. Diesbezüglich hatten wir wirklich Glück, denn das Erlebnis kann man nur als unbeschreiblich bezeichnen.

Da für die meisten Besucher am Dettifoss jedoch Schluss war, entschieden wir uns, die Wandertour fortzuführen. Der Wanderpfad war als “schwarz” - also schwierig ausgezeichnet, was sich in einer kleinen Kletterpassage abwärts mittels Seilhilfe darstellen sollte. Wir begaben uns in die Schlucht Jökulsárgljúfur und waren allein unterwegs. Nur noch sporadisch sollten wir anderen Wanderern begegnen.

Als wir dann nach einigen Kilometern den Hafragilsfoss, einen ebenfalls absolut sehenswerten Wasserfall, erreichten, war das Glück perfekt. Dort konnten wir die Rast in saftig grünen Wiesen abhalten und die Natur in vollem Umfang genießen.

Der Aufstieg war anschließend im Nu gemacht und der Weg führte durch eine unwirkliche Landschaft, die an die Zeit der Dinosaurier erinnern ließ, so kam es uns zumindest vor.

 

Der nächste Tag führte wieder Richtung Myvatn, da sich um dieses Seengebiet zahlreiche Sehenswürdigkeiten tummeln.

Unterwegs besuchten wir den ebenfalls grandiosen und wunderschönen Wasserfall Góðafoss, um anschließend die “dunkle Städte” Dimmuborgir zu durchwandern. Ein kleiner Spaziergang führte uns durch das sehenswerte Lavagebilde. Danach standen Námafjall und Hverarönd auf dem Programm. Das Hochtemperaturgebiet mit zahlreichen Fumarolen und Solfataren hebt sich von der umliegenden Landschaft durch ihre krasse Färbung von gelb/orange sehr deutlich ab. Überall dampft, zischt und blubbert es. Schwefelgeruch liegt in der Luft.

 

Anschließend stiegen wir noch zum Vulkankrater Hverfjall auf, welcher ebenfalls sehr charakteristisch am Myvatn See gelegen ist. Den Tag ließen wir völlig entspannt im Geothermalbad Myvatn Nature Baths ausklingen. Es ist etwas kleiner, günstiger und sicherlich nicht ganz so stark frequentiert wie die weltberühmte Blue Lagoon (Blaue Lagune) im Süden Islands, war aber für unsere Bedürfnisse völlig ausreichend und eine sehr schöne Erfahrung.

Der Besuch Islands größter Stadt im Norden, Akureyri, durfte natürlich auch nicht fehlen. Bei eisigen Temperaturen schlenderten wir durch die ansehnliche Stadt, welche keine Wünsche offen lässt. Nachdem man sich im Cafehaus des Botanischen Gartens etwas aufwärmte, stand für diesen Tag außer dem Besuch diverser Geschäfte nichts mehr auf dem Programm.

 

Den letzten Tag vor unserer Abreise verbrachten wir dann direkt an unserem Häuschen. Es wurde gelesen, auf dem Fußballplatz des Dorfes eine Runde gebolzt und einfach mal entspannt.

 

Am nächsten Tag hieß es zurückfahren nach Keflavik, um dort unseren Opel Kombi wieder bei Sixt abzugeben. Da wir uns glücklicherweise eine Steinschlagversicherung haben aufschwatzen lassen, gab es bei der Rückgabe auf Grund eines ordentlichen Steinschlags in der Windschutzscheibe keinerlei Probleme.

 

Der Flug zurück in die Heimat verlief ebenfalls problemlos.

 

Alles in allem lässt sich festhalten, dass eine Reise nach Island natürlich nicht zum Spartarif zu haben ist. Die Erlebnisse, welche man dort aber sammeln kann, entschädigen für jeden einzelnen Cent, sodass man sagen muss, dass sich diese Reise in jeder Hinsicht gelohnt hat.

Es wird für uns mit Sicherheit nicht der letzte Besuch dieser grandiosen Insel gewesen sein.