Unser Roadtrip durch Kanadas Westen #3

Jasper und Mt. Robson

Der Maligne Lake im Jasper Nationalpark
Der Maligne Lake im Jasper Nationalpark

Vom Jasper "Overflow" Campgelände fuhren wir an einem frischen Augustmorgen in Richtung Maligne Lake. Kurz nachdem wir auf die ruhige Nebenstraße Maligne Lake Road einbogen, begegneten wir am Straßenrand einem kräftigen Wapitihirsch, welcher sich durch unsere Anwesenheit jedoch nicht gestört fühlte. Er genoss allem Anschein nach sein frischgrünes Frühstück, ohne zum Individuum Mensch aufzublicken.

 

Nach weiteren Minuten der Fahrt nahmen wir noch zwei Anhalterinnen mit und fuhren bis zum Maligne Lake durch. Auf Grund der frühen Uhrzeit ging es dort noch ruhig und gemächlich zu. Im Camper wurde das Frühstück zubereitet und heißer Kaffee genossen. Wir mieteten uns wohlgenährt ein Kanu und schipperten auf dem See herum. Der sportliche Ehrgeiz packte mich und wir überholten problemlos ein paar asiatische Touristen. Anschließend wurde noch eine Bootsreise zur berühmten "Spirit Island" unternommen. Die kleine Halbinsel liegt wunderschön gelegen inmitten des Maligne Lakes am südlichen Zipfel und wird von zahlreichen Bergen umrahmt. Da der See fast 22 km lang ist, wäre die Anreise mit dem Kanu dorthin nur unter hohem Zeitaufwand möglich gewesen.

 

Der Rückweg führte wieder über die Maligne Lake Road, entlang des Medicine Lake zum Maligne Canyon. Zurück auf dem Highway fuhren wir in Richtung des reservierten Pocahontas Campground. Wir passierten den unwirklichen Jasper Lake, welcher eigentlich nur ein Teil des riesigen Athabasca Rivers darstellt und deshalb so flach ist, dass man vermutlich hunderte Meter "in" ihn hereinlaufen kann.

 

Nach kurzer Fahrt auf einer weiteren Nebenstraße, erreichten wir den herrlichen Pocahontas Campground. Er liegt einsam und ruhig inmitten der Wälder. Ein kleines Lagerfeuer wurde errichtet und bei bei einsetzendem Regen gespeist. 

In der Nacht setzte, wie uns bereits die Wettervorhersage angekündigt hatte, Starkregen ein. Die am Folgetag geplante Wanderung auf dem Sulphur Skyline Trail fiel somit ins Wasser, da sich der Dauerregen am Vormittag fortsetzte. Wir entschlossen uns somit zurück Richtung des Örtchens Jasper aufzubrechen und den Tag im Niesel dort zu verbringen. Unterwegs begegneten wir erneut einem mächtigen Wapitihirsch, welcher vor einem See und Bergpanorama seelenruhig graste.

 

In Jasper schlenderten wir durch die Straßen und statteten den nahegelegenen Seen Pyramid Lake und Patricia Lake einen Besuch ab. Auch dort hatten wir wieder direkten Kontakt zu einem herrlichen Wildtier. Anschließend bezogen wir unseren Stellplatz auf dem Wapiti Campground. Auf Grund Dauerregens und massiver Feuchtigkeit gelang es mir nicht, ein Feuer zu entzünden und wir verbrachten den Abend im Wohnmobil. Direkt neben unserem Wohnmobil spazierte derweil eine, wir vermuten Wapitikuh, völlig entspannt umher und begutachtete die merkwürdigen Menschen bei ihren Aktivitäten mit Argwohn.

 

Am nächsten Morgen stabilisierte sich die Wetterlage, sodass wir am 23. August unsere Tour Richtung des Mount Robson fortführen konnten. Der Morgen präsentierte sich mit noch teils wolkenverhangenen Berggipfeln und nassen Straßen. Wir beabsichtigten, beim Mount Robson zu frühstücken, sodass wir vorerst mit leeren Mägen den Asphalt unter die Räder nahmen. 

 

Am Yellowhead Lake konnten wir am entfernten Ufer einen Elch im Wasser beobachten. Kurz zuvor sahen wir zwei sich "streitende" Wapitihirsche, welche sich teils tollpatschig mit ihren Geweihen in den Büschen verfingen. Der Weg führte uns weiter, vorbei am Moose Lake zum Mount Robson Provincial Park. Der Mount Robson streckt sich mit 3954 m Höhe in die Höhe und war an diesem Morgen teilweise in Wolken gehüllt. Einen kurzen Augenblick offenbarte sich jedoch der schneebedeckte Gipfel. Inmitten dieses Panoramas nahmen wir das Frühstück zu uns. Anschließend wanderten wir in Richtung Kinney Lake, welcher von felsigen und bewaldeten Bergen eingerahmt wird. Nach dem ca. 11 km langen Fußmarsch hatten wir noch ungefähr 200 km Fahrt vor uns. Durch endlose Wälder, dafür umso weniger Ortschaften, erreichten wir nach einiger Fahrt den Birch Island Campground in der Nähe von Clearwater. Da es den nächsten Tag in den Wells Gray Provincial Park gehen sollte, bot sich dieser spontane Campground zur Übernachtung an.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0